DenkWege zu Luther

Das bundesweite Projekt der Ev. Akademien Sachsen-Anhalt und Thüringen zur philosophischen, kulturellen und religionskundlichen Bildung mit Jugendlichen zum Reformationsjubiläum 2017 [www.DenkWege-zu-Luther.de]



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Das Thema "Sprache" in der Arbeit der "DenkWege zu Luther"


Nur im Zusammenhang mit einer gigantischen Übersetzungsleistung kann die Reformation wieder „unters Volk gebracht“ werden. Sprache ist schon von daher ein Querschnittsthema in der Vorbereitung auf das Reformationsjubiläum. Jedes Bildungsangebot zu Reformationsthemen steht vor der Aufgabe, dass damalige Gedankenwelten in heutige übertragen werden müssen. Dafür sind Impulse aus Philosophie, Politik- und Sprachwissenschaften aufzunehmen, wie etwa die Anwendung von Wittgensteins Sprachspiel-Philosophie, wenn es um das Verhältnis von Glauben, Naturwissenschaften und Kunst, um die gegenseitige Übersetzung verschiedener Denk- und Glaubenswelten geht.

In der heutigen säkularisierten Welt ist vielen Jugendlichen z.B. die traditionelle christliche Religiosität ebenso fremd wie die nichtchristlichen Religionen.

Eine bessere Kenntnis der Wurzeln der eigenen Kultur kann auch Fremdes verstehen helfen und ein Gespräch über Differenzen und Grenzen hinweg ermöglichen. Umgekehrt ist die Bedeutung der Sprache und des Erlernens von Sprachen als Tür zu wesentlichen Schätzen menschlichen Geistes- und Kulturgutes einer der Impulse aus der Reformationszeit, die die Geschichte danach geprägt haben.

Allein schon die ernsthafte seminaristische Erschließung 500 Jahre alter Texte und Bilder sind für moderne Jugendliche eine Begegnung mit Fremdheit, die allein schon hinreicht, um wichtige Aspekte der Themen Toleranz, Fremdenfeindlichkeit, Bildung, kulturelle Vielfalt u.a.m. zu erfahren und zur Sprache zu bringen.

Sprachfähigkeiten sind ein Schlüssel zur Entwicklung von Identität, Mündigkeit und sozialen wie demokratischen Kompetenzen. Welt erschließt sich Menschen durch Sprache: Die Grenzen der eigenen Sprache und Sprachfähigkeit sind die Grenzen der eigenen Welt. Solche Zusammenhänge hatten Luther, Melanchthon, Erasmus und andere sehr gut begriffen und daraufhin ihre geschichtsmächtig gewordenen Beiträge zur deutschen Sprache geleistet.

Die heutige Problematik gilt es zusammen mit den Beiträgen der Reformatoren und Humanisten für die deutsche Sprache bewusst zu machen.

Daher spielt in allen Bildungsangeboten unseres Projektes Sprache und Sprachfähigkeiten eine grundlegende Rolle und wird auch selbst als Thema reflektiert. Das Philosophieren mit Jugendlichen, das den Kern der Bildungsarbeit im Projekt in vielfältigen Formen ausmacht, ist zentral an Sprache, an verständliches Sprechen, an aufmerksames Zuhören, an Verstehen-Wollen und Verstehen-Können gebunden.

Denken, Selbstreflexion und Welterschließung kommen als sprachgebundene Phänomene im Philosophieren zusammen und werden dort auch selbst zum Thema. Da in unserem Zusammenhang wesentliche Begriffe wie „Wahrheit“, „Freiheit“, „Toleranz“ nicht bloß definiert, sondern im Gespräch mit den Seminarteilnehmenden entwickelt und in ihrer Komplexität entfaltet werden, tragen wir zu einem aufmerksameren und behutsameren Umgang mit Sprache bei.

Ein zentrales Anliegen der politischen und kulturellen Jugendbildung ist die demokratische Partizipation Jugendlicher. Politik äußert sich über Sprache. Sprachfähigkeit ist Voraussetzung für politisches Handeln.

Wo Worte nur noch Hülsen sind, wird politisches Reden und Handeln zur Farce. Demokratie ist zentral ein sprachlich vollzogener Aushandlungsprozeß, Interessenvertretung ist an Sprache gebunden. Die hohe Kultur der Disputationen zur Reformationszeit, das zähe Ringen von Fürsten und Theologen um Formulierungen für politische und theologische Grundsatzdokumente oder zeitgenössische Reflexionen zur politischen Sprache etwa bei Machiavelli oder Erasmus zeigen, dass man sich auch damals der Bedeutung der Sprache vollauf bewußt war.

Daher werden beide Themen – Politik und Sprache - in der Bildungsarbeit des Projektes eng verbunden





 


DenkWege zu Luther | Bundesweites Bildungsprojekt der Ev. Akademie Sachsen-Anhalt und der Ev. Akademie Thüringen in der Lutherdekade

 

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  • "DenkWege zu Luther" ist Teil der
    Lutherdekade zur Vorbereitung
    des Reformationsjubiläums 2017
  • Träger des Projektes "DenkWege
    zu Luther" sind die Ev. Akademien
    in Sachsen-Anhalt und Tühringen
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Das Projekt wird gefördert durch:
  • Logo des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM)
  • Logo Thüringer Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur
  • Logo Bundesland Sachsen-Anhalt
  • Logo Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM)
Hinweis: Der Projektname "DenkWege zu Luther" ist eine eingetragene Wortmarke der Evangelischen Akademie Sachsen-Anhalt e.V. in der Lutherstadt Wittenberg.
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