Reformation & Toleranz

Anregungen zum Philosophieren mit Jugendlichen aus dem Projekt „DenkWege zu Luther



 
 




Auswertung



Nachdem die Fragen gestellt wurden, sind einige aus der Gruppe am anderen Ende des Raumes angelangt, wenige stehen noch am Ausgangspunkt, die anderen haben sich im Raum verteilt – diese Situation spiegelt unterschiedliche Lebenslagen, Chancen und Erfolgsmöglichkeiten von Menschen in unserem Land wider.

In der ersten Auswertungsrunde bleiben alle auf ihren Plätzen. Es gibt ein kurzes Stimmungsbild, bei dem jeder einzelne sich äußert zu: Was geht mir gerade durch den Kopf? Wie geht es mir mit dem Platz, auf dem ich jetzt bin? Die am weitesten hinten Stehenden dürfen anfangen.

Zweite Auswertungsrunde:
Jede/r liest die eigene Rollenbeschreibung vor.
Die Spielleitung fragt: Wer fühlte sich in den einzelnen Kategorien diskriminiert? Wie geht es dir mit den anderen im Raum (die hinter, vor, neben dir stehen)
Weitere Auswertungsfragen:
Was möchtest du im Moment zum Stand der Dinge sagen?
Wie fühlst du dich in deiner Position?
Bist du zufrieden?
Was an deiner Situation gefällt dir, was nicht?
Möchtest du diese Position im realen Leben einnehmen?

Bevor an dieser Stelle weiter gearbeitet/reflektiert wird, ist es wichtig, dass die Teilnehmenden aufgefordert werden, sich bewusst von ihrer Rolle zu verabschieden. Ab jetzt wird „über“ die jeweils in der Rolle dargestellte Person gesprochen, nicht mehr aus der „Ich ...“ Perspektive. Zur Unterstützung des Perspektivenwechsels wird auch die alte Sitzordnung vor dem Spiel wieder eingenommen.

An dieser Stelle sollten auch evtl. Störungen während der Übungen aufgegriffen werden

Reflexion: Was steht in meiner Macht, was nicht?



Die Aufstellung der Teilnehmenden im Raum visualisiert eine Rollenhierarchie.
In einem weiteren Impuls könnte darüber gesprochen werden, was denn nun wirklich Lebenslos bzw. Schicksal ist und was ich durch eigenes Handeln beeinflussen kann.

Viele Dinge bestimmen meinen Status in der Gesellschaft. Vieles an meinem Status hat etwas mit Freiheit zu tun.

Auf einem Flipchart wird von den Teilnehmenden gesammelt und untereinander aufgeschrieben:
Welche Kategorien bestimmten meinen Platz im Raum mit bzw. was beeinflusste alles meinen gesellschaftlichen Status mit? Gesundheit, politische Überzeugungen, Geschlecht, Kleidung ...
Daneben zwei Spalten mit den Überschriften:
„Steht in meiner Macht“ | „Steht nicht in meiner Macht“.
Die Teilnehmenden werden gebeten, zu jeder der Kategorien einen Strich in eine der beiden Spalten zu machen.

Die in der Übung gemachten Erfahrungen sowie das Ergebnis der „Umfrage“ auf dem Flipchart werden ausführlich besprochen und können je nach Gruppe und Zeitbudget zu vielfältigen philosophischen Gesprächen führen.

Die Einheit schließt mit einem schriftlichen Resümee jedes Einzelnen zu den Fragen:

Was hat mich überrascht?
Was hat mich nachdenklich gemacht?




Aus Rückmeldungen von Jugendlichen nach der Übung

„Mich hat überrascht, wie wenig mit ihrem Lebenslos zufrieden waren.“

„Mich hat nachdenklich gemacht, dass es Ausländer in Deutschland immer noch so schwer haben. Ich hatte eigentlich gedacht, dass hier alle gleichberechtigt leben können und dass es nicht auf Aussehen, Herkunft, Religion,… ankommt.“

„Mich hat überrascht, dass ein Wettbewerb entstand (wer kommt weiter nach vorn, hat mehr Freiheiten u.s.w.).“
 


Reformation und Toleranz ist eine Publikation aus dem Projekt DenkWege zu Luther


  • Logo der Lutherdekade Luther 2017
  • "DenkWege zu Luther" ist Teil der
    Lutherdekade zur Vorbereitung
    des Reformationsjubiläums 2017
  • Träger des Projektes "DenkWege
    zu Luther" sind die Ev. Akademien
    in Sachsen-Anhalt und Thüringen
  • Logo Evangelische Akademie Sachsen-Anhalt
  • Logo Evangelische Akademie Thueringen
 

 
Das Projekt wird gefördert durch:
  • Logo des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM)
  • Logo Thüringer Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur
  • Logo Bundesland Sachsen-Anhalt
  • Logo Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM)
 
Hinweis: Der Projektname "DenkWege zu Luther" ist eine eingetragene Wortmarke der Evangelischen Akademie Sachsen-Anhalt e.V. in der Lutherstadt Wittenberg.
 
Das Projekt „DenkWege zu Luther” ist beendet. Diese Seite wird nicht mehr aktualisiert. Auf Wiedersehen!