Reformation & Toleranz

Anregungen zum Philosophieren mit Jugendlichen aus dem Projekt „DenkWege zu Luther



 
 




Lebenslos - Eine Übung aus der antirassistischen Bildungsarbeit



Lernziel:

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Eigene Grenzen von Toleranz / Intoleranz entdecken, Verständnis und Empathie für Ausgegrenzte wecken.
Unterschiedliche Chancen herausarbeiten; beeinflussbare und nicht beeinflussbare Ausgrenzungsmechanismen differenzieren (Herkunft, Geschlecht, körperliche Fähigkeit/Behinderung, sexuelle Orientierung, Alter, Kinder, Verfügung über Geld, Justiz, Familie etc.); strukturelle Gewalt einführen/diskutieren;

Voraussetzungen:

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Mindestens 10, höchsten 40 Teilnehmende. Ein leer geräumter Raum, der mindestens 10 m lang sein und so breit sein muss, dass sich alle Teilnehmenden in einer, höchsten zwei Reihen hintereinander aufstellen können. Kleine Zettel und Stifte für alle zur Auswertung sowie ein Flipchart.
Für die Übung einschließlich ausführlicher Auswertung sind je nach Gruppengröße eineinhalb bis zweieinhalb Stunden einzuplanen.

Einführung:



„Jeder ist seines Glückes Schmied“, „Hartz IV-Empfänger wollen nur nicht arbeiten“, „Die Ausländer kommen ja nur wegen der Wirtschaft zu uns“, „Selber schuld, wenn er keinen Erfolg hat, man bekommt ja nichts geschenkt“: Solche Äußerungen von Intoleranz sind in unserer Gesellschaft weit verbreitet. Gegenstand von Toleranz und Intoleranz sind im gesellschaftlichen Alltag nicht unbedingt das Verhältnis verschiedener religiöser oder ethnischer Gruppen zueinander, sondern Differenzen aufgrund sozialer oder Milieu-Unterschiede. Intoleranz tritt häufig dort zutage, wo diese Haltung nicht so im Blick ist, beispielsweise in Bezug auf den sozialen Status, Markenbewusstsein, Verhältnis zwischen Jungen und Alten, sexuelle Orientierung, aber auch als Vorurteil nicht religiös Sozialisierter gegenüber gläubigen Menschen und umgekehrt.

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Im Folgenden werden die Teilnehmenden dazu eingeladen, sich in eine ihnen evtl. fremde Lebenssituation hinein zu versetzen und aus der Perspektive ihrer jeweiligen Rolle heraus auf die anderen Menschen im Raum zu blicken. Wir haben die Übung "Lebenslos" genannt, weil die Teilnehmenden ein Lebens-Los ziehen. Das sind kurze Angaben auf Zetteln, die eine bestimmte Rolle in unserer Gesellschaft umreißen. Jeder erhält eine andere Rolle, die Teamer bzw. Lehrer spielen mit.

Hier ein Angebot an „Lebenslosen“, es können natürlich noch weitere erdacht werden.

Ablauf



Die Teilnehmer stehen an der Stirnseite des Raumes in einer Reihe nebeneinander. Sie haben auf einem Zettel ihre Rolle, ihr Lebens-Los, bekommen und sich in sie innerlich hineinversetzt.
Niemand kennt die Rollen der Anderen.

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Die Übungsleitung stellt eine Reihe von Fragen. Je nach Antwortmöglichkeit gehen die Rolleninhaber bei einer JA-Antwort für ihre Rolle einen Schritt nach vorn bzw. bei NEIN bleiben sie an ihrem Ort stehen.

Zu den Fragen ...

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Auswertung



Nachdem die Fragen gestellt wurden, sind einige aus der Gruppe am anderen Ende des Raumes angelangt, wenige stehen noch am Ausgangspunkt, die anderen haben sich im Raum verteilt – diese Situation spiegelt unterschiedliche Lebenslagen, Chancen und Erfolgsmöglichkeiten von Menschen in unserem Land wider.

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In der ersten Auswertungsrunde bleiben alle auf ihren Plätzen.

Hier geht es weiter ...

 


Reformation und Toleranz ist eine Publikation aus dem Projekt DenkWege zu Luther


  • Logo der Lutherdekade Luther 2017
  • "DenkWege zu Luther" ist Teil der
    Lutherdekade zur Vorbereitung
    des Reformationsjubiläums 2017
  • Träger des Projektes "DenkWege
    zu Luther" sind die Ev. Akademien
    in Sachsen-Anhalt und Thüringen
  • Logo Evangelische Akademie Sachsen-Anhalt
  • Logo Evangelische Akademie Thueringen
 

 
Das Projekt wird gefördert durch:
  • Logo des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM)
  • Logo Thüringer Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur
  • Logo Bundesland Sachsen-Anhalt
  • Logo Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM)
 
Hinweis: Der Projektname "DenkWege zu Luther" ist eine eingetragene Wortmarke der Evangelischen Akademie Sachsen-Anhalt e.V. in der Lutherstadt Wittenberg.
 
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